Das Comeback der Schallplatten

Das Comeback der Schallplatten

Obwohl man heutzutage locker 40.000 Songs auf einen iPod packen kann, feiern Schallplatten seit einigen Jahren ein beeindruckendes Comeback. Noch bis vor einigen Jahren galten Schallplatten als veraltet und wurden nur noch von vereinzelten DJs und Nostalgikern am Leben erhalten. Doch inzwischen satteln vor allem kleine Bands wieder auf Vinyl um und die verstaubten Plattenkisten werden von den elterlichen Dachböden geholt. Aber, was macht die Schallplatten denn heute noch interessant? Wir verraten Ihnen die spannendsten Fakten rund um das „Schwarze Gold“

Die interessantesten Fakten über die Schallplatte:

  • Am 21. Juni 1948 erschien die erste Schallplatte aus Vinyl.
  • Abspieldrehgeschwindigkeit einer LP (Langspielplatte): 33 1/3 Umdrehungen pro Minute, selten auch 45 Umdrehungen pro Minute.
  • Spieldauer einer Langspielplatte: 20-30 Minuten pro Seite, im Gegensatz dazu: Singles mit einer Spieldauer von vier bis fünf Minuten pro Seite.
  • Eine Plattennadel besteht üblicherweise aus Diamant oder Saphir.

Welche Platte wurde weltweit am meisten verkauft?

Die meistverkaufte LP ist das 1982 veröffentlichte Album „Thriller“ von Michael Jackson mit über 100 Mio. Tonträgern. Die zweite Position belegen Pink Floyd mit „Dark Side of the Moon“, das sich immerhin noch mehr als 50 Millionen mal verkauft wurde. Knapp dahinter, auf Platz drei folgen AC/DC mit „Back In Black“, das bisher etwas mehr als 49 Millionen mal über den Ladentisch ging.

Wie lange dauert die Herstellung einer Schallplatte?

Der Pressvorgang einer Vinyl-Platte dauert ca. 30 Sekunden und wird unter hohem Druck von etwa 80 kg pro cm² bei 150°C gefertigt.

In welchem Jahr wurden die meisten Platten verkauft?

Rund 1,14 Milliarden Langspielplatten wurden 1981 weltweit verkauft, so viele wie sonst nie mehr. In Deutschland hatte der Boom ein Jahr zuvor seinen Höhepunkt erreicht: Umgerechnet rund 760 Millionen Euro nahm die deutsche Plattenindustrie damals aus dem Verkauf der LP ein.

Die wertvollst Platte aller Zeiten:

Der wertvollste Platte aller Zeiten ist bis jetzt: John Lennon & Yoko Ono – „Double Fantasy“. Und zwar genau das Album, das Lennon etwa fünf Stunden vor seinem gewaltsamen Tod für seinen Attentäter Mark Chapman signierte. Auf der Platte sind sogar noch die Fingerabdrücke des Mörders zu finden. Das Album wurde für 525.000 Dollar (rund 394.000 Euro) versteigert. Einen unschätzbaren Wert hat aber auch die erste gemeinsame Aufnahme von Paul McCartney, John Lennon und George Harrison. 1958 hatten sie unter dem Namen „The Quarrymen“ die beiden Stücke „That will be the day“ und „In Spite of all the Danger“ aufgenommen. Die unverkäufliche Platte ist seither im Besitz von Paul McCartney.

Wie pflegt man Schallplatten richtig?

Moderne Schallplatten bestehen aus einem Material mit dem etwas komplizierten Namen Polyvinylchlorid, welches sich statisch aufladen kann und dadurch Staub und Schmutz anzieht. Außerdem ist das Material sehr weich und zerkratzt leicht. Deshalb sollte man Schallplatten nur am Rand anfassen und für saubere Papierhüllen sorgen. Den Staub sollte man auf keinen Fall mit einem trockenen Tuch abwischen. Man könnte ebenso gut mit Schleifpapier über die Oberfläche gehen. Zielführender sind da schon spezielle Karbonbürsten oder bei Härtefällen ein feuchtes Mikrofasertuch. Auch bei der Lagerung kann man einiges zum Überleben der Spezies Schallplatte beitragen. Platten haben es am liebsten wenn sie stehend an einer trockenen Stelle gelagert werden und insbesondere das Cover freut sich über eine Kunststoff-Schutzhülle.

Die richtige Lagerung:

Ganz weit oben auf der Liste der übelsten Lagerungs-Sünden findet sich der falschen Lagerort – der feuchte Keller! Werden dort alte Platten gelagert, sollten sie nie unverpackt in einer Kiste auf dem Boden stehen – es dauert nicht lange bis die Platten-Cover (fast immer aus Karton) die Feuchtigkeit aufnehmen und sich regelrecht damit vollsaugen. Schnell bildet sich dann Schimmel, der nicht nur gesundheitsgefährdend werden kann, sondern sich auch direkt auf der Schallplatte ablagert. Es ist so gut wie unmöglich, Schimmelspuren – besonders wenn sie sich über einen längeren Zeitraum in die Rillen „fressen“ konnten – rückstandsfrei zu entfernen. Auch die Covers, deren einwandfreier Zustand für den Wert einer Schallplatte genauso wichtig ist wie die LP selbst, werden durch Feuchtigkeit schwer beschädigt und damit fast immer zerstört. Ist eine Hülle „nur“ etwas wellig geworden, kann man sie womöglich noch gebrauchen, falls man den Plattenspieler für den Eigenbedarf wieder auspackt und aufbaut – ein hoher Wiederverkaufswert dürfte aber ausgeschlossen sein und es wird sich wohl kaum ein Käufer finden lassen. Das Wichtigste ist aber, ein trockener und frostfreier Lagerraum. Eine Klima-Kammer braucht keiner, Schallplatten halten bei korrekter Lagerung schon einiges aus. Ein normaler Wohnzimmer-artiger Raum genügt, die Temperaturen bewegen sich hier genau in dem Bereich, in dem man sich auch selbst wohlfühlt. Gehts dem Herrchen gut, dann der Schallplatte auch! Stellen Sie die Platten aufrecht hin. Das ist die beste Position, um Schäden zu vermeiden. Einige Sammler schwören auf einigermaßen luftdichte Behälter oder Schränke als zusätzlichen Schutz und halten die Platten mit regelmäßigem Staubsaugen staubfrei.

Hitze als Feind für die Schallplatte:

Hitze ist der Feind der Platte und führt dazu, dass sie sich verbiegen. Lageren Sie Schallplatten deshalb in ausreichender Entfernung von Wärmequellen wie Sockelleisten, offenem Feuer, Bolleröfen, Heizkörpern usw. Da Feuchtigkeit die besten Bedingungen für Schimmelbildung bietet, solltest du die Platten auch nicht in feuchten Räumen aufbewahren – es sei denn, Ihnen liegt nicht soviel an den Covern Ihrer Sammlerstücke.

  • Setzen Sie Ihre Platten nicht dem direkten Sonnenlicht aus. Sonnenlicht beschädigt die Schallplatten, sowohl durch die Hitze als auch durch die UV-Strahlung.
  • Wenn Sie eine durch Hitzeeinwirkung verbogene Schallplatte haben, können Sie folgende Maßnahme ausprobieren: Legen Sie sie zwischen zwei dicke Glasplatten und legen dann ein paar dicke Bücher auf die obere Glasplatte. Dazu müssen Sie das Kartoncover entfernen, die Platte aber in der Innenhülle lassen. Es kann sein, dass das nicht hilft, aber da Sie mit einer verbogenen Platte ohnehin nichts anfangen können, ist es einen Versuch wert.

Worauf ist beim Kauf eines Plattenspielers zu achten?

Um einen Plattenspieler mit ordentlicher Klangqualität zu bekommen, sollten Sie mindestens 250 Euro ausgeben. Nach oben gibt es kaum Grenzen: Im High-End-Bereich kosten Schallplattenspieler oft mehrere Zehntausend Euro. Achtung: Wird ein Tonabnehmer mitgeliefert? Gerade bei teuren Modellen ist das meist nicht der Fall.

Stellen Sie das Gerät auf einen schwingungsarmen Untergrund, sonst springt bei Erschütterungen die Nadel. Bei stark vibrierenden Böden hilft eine Wandhalterung. Außerdem nicht in direkter Nähe des Lautsprechers aufstellen, da sonst schlimmstenfalls Rückkopplungen entstehen können.

So vermeiden Sie Anfangsfehler:

Das häufigste Problem das Neueinsteiger mit ihrem ersten Plattenspieler haben ist folgendes: Der Plattenspieler ist am Verstärker angeschlossen, die Johnny-Cash-Platte aufgelegt und der Rotwein eingeschenkt. Doch statt den ersten Klängen von „I Walk the Line“ kommt aus den Boxen nur ein leises Säuseln. Schuld daran ist das Phono-Signal des Plattenspielers. Um dieses Signal für moderne Verstärker kraftvoll zu machen braucht man entweder einen Plattenspieler mit eingebautem Entzerrer-Vorverstärker oder man kauft sich ein Zusatzgerät, dass man zwischen Plattenspieler und den AUX-Eingang am Verstärker schaltet. Ab 20 Euro ist man dabei und kann sich zusammen mit seiner Liebsten über satten Vinyl-Klang freuen.