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Gewitter-Mythen und Irrtümer – was stimmt wirklich?

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Nicht nur die Tage werden wieder wärmer – auch die Gewitter dadurch häufiger. Mal ehrlich, so ein Gewitter zu beobachten kann für manche auch richtig romantisch sein. Andere fürchten sich davon und würden am liebsten direkt unter’s Bett kriechen. Kein Wunder, denn so ganz ungefährlich sind Gewitter nun auch nicht.

Mit ca. 1 zu 3 Millionen ist die Wahrscheinlichkeit zwar sehr niedrig vom Blitz getroffen zu werden, aber herausfordern möchte man das natürlich nicht. Wenn man direkt getroffen wird, steigt die Spannung im Körper auf mehrere 100.000 Volt an. Zwei von drei Menschen überleben. Jedoch haben sie meist mit Spätfolgen zu kämpfen. Auch wenn der Blitz in die Erde einschlägt, kann man getroffen werden, denn der Strom breitet sich um die Einschlagstelle bis zu 30 Meter aus. Es gibt aber Menschen, die sogar schon mehrere Blitzeinschläge überlebt haben.

Eines ist klar, bei Gewittern stellt man sich doch oft die Frage – wie verhalte ich mich richtig, wenn das Gewitter naht, was stimmt eigentlich von den ganzen Regeln und Mythen um Blitz und Donner? Und wie kann ich z.B. meinem Haustier helfen?

Wir haben für euch die größten Mythen und Irrtümer rund um’s Thema Gewitter zusammengefasst und geben Tipps für’s richtige Verhalten – auf „weiter“ klicken!

Ein Blitz schlägt niemals zweimal an der gleichen Stelle ein

STIMMT NICHT! Im Gegenteil – hohe Objekte werden öfter vom Blitz getroffen. Das Empire State Building in New York war jahrelang eine regelrechte Blitz-Hochburg, weil hier mindestens 25 Mal im Jahr der Blitz eingeschlagen hat. Orte und Objekte, die für Blitzeinschläge besonders anfällig sind, sollte man bei Gewitter in jedem Fall meiden.

Keine Wolken und kein Regen = keine Blitzgefahr

STIMMT NICHT! Blitze schlagen oft bis zu 5 Kilometer entfernt vom eigentlichen Gewitter ein, weit weg vom dazugehörigen Regengebiet oder der Wolke. Den sprichwörtlichen „Blitz aus heiterem Himmel“ gibt es also wirklich. Aus großen Gewitterwolken sind Blitze auch schon mal in mehr als 100 Kilometern Entfernung eingeschlagen. Sobald ihr also irgendwo am Himmel die typischen Amboß-förmigen hochaufragenden Gewitterwolken seht, besteht schon ein gewisses Risiko.

Im Auto bin ich sicher

STIMMT NICHT! Früher waren die Karosserien aus Metall. Dieses hat den Strom an den Insassen vorbeigeleitet. Mittlerweile verwenden viele Hersteller bei ihren Autos Kunststoff und auch Kunststoff-Dächer. Diese sind so, als säße man im Freien. Ist ihr Auto komplett aus Metall, dann gilt dennoch: Fenster zu, Ellenbogen rein und Finger weg vom Radio! Radfahrer und Motorradfahrer sollten jedoch schnellstmöglich absteigen und ihr Zweirad in sicherer Entfernung abstellen.

Wer einen vom Blitz getroffenen Menschen angreift, bekommt ebenfalls einen Stromschlag

STIMMT NICHT! Ein menschlicher Körper kann natürlich keine Elektrizität speichern. Ist der arme Mensch vom Blitz getroffen, spricht nichts dagegen, ihm schleunigst Erste Hilfe zu geben. Eine Reanimation per Herzdruckmassage und eine schnelle Mund-zu-Mund-Beatmung rettet höchstwahrscheinlich sein Leben. Direkt nach dem Blitzschlag liegt die Überlebensrate bei 90 % – wenn sofort Hilfe da ist. Das gilt übrigens nicht für Strom-Unfälle an Leitungen zu Hause oder an Hochspannungsleitungen. Hier sollte man sicherstellen, dass die Sicherung draußen oder der Strom aus ist, bevor man dem Betroffenen zu nahe kommt.

Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen

STIMMT NICHT! Bei einem Gewitter alle Bäume meiden! Sich bei Gewitter unter einem Baum aufzuhalten, ist nie eine gute Idee, egal welche Sorte Baum. Die meisten Blitzopfer standen unter oder nahe eines Baumes, als sie getroffen wurden.

Beim Sport weiterspielen, wenn ein Gewitter naht

FALSCH! Die weitaus meisten Leute, die vom Blitz getroffen werden, stehen unter einem Baum – die andere Hälfte zu lange auf dem Sportplatz. Wenn das Gewitter aufzieht, ist Abpfiff erste Sportlerpflicht. Von Aktivitäten an und im Wasser natürlich ganz abgesehen. Und jeden fünften Blitztoten in den USA erwischt es auf dem Golfplatz.

Metall zieht Blitze besonders an

RICHTIG! Die Höhe, eine spitze, herausragende Form und der Grad der Isolation ist für den Blitz entscheidend. Woraus das getroffene Objekt besteht, ist dabei egal. Berge sind meistens aus Stein und werden doch andauernd vom Blitz getroffen. Ihr müsst also nicht sofort euren Schmuck oder eure Sonnenbrille loswerden – besser wäre es, in der Zeit geeigneten Schutz zu suchen. TIPP: Haltet Abstand von metallischen Strukturen (Zäune, Geländer). Die leiten den Strom eines einschlagenden Blitzes auch in größerer Entfernung besser zu euch!

Flach auf den Boden legen, wenn ein Gewitter sich nähert

BESSER NICHT! Legt ihr euch flach auf dem Boden, seid ihr zwar schön niedrig. Aber wenn in der Nähe ein Blitz einschlägt, dann fließt der Strom in voller Länge durch euren Körper – vom Kopf bis zu den Füßen. TIPP: Setzt euch mit eng zusammenstehenden Füßen auf den Boden und zieht den Kopf zwischen die Knie. Aber noch besser ist es, sich nicht draußen vom Gewitter überraschen zu lassen, sondern vernünftig zu planen und zu wissen, wo man Schutz suchen kann.

Im Haus bin ich sicher

RICHTIG! Im Grunde stimmt das – aber es gibt einiges zu beachten. Vermeidet im Haus während des Gewitters den Kontakt mit Dingen, die irgendwie leitend mit der Außenwelt verbunden sind. Telefone mit Schnur, eingesteckte Elektrogeräte, Badezimmerarmaturen – auch wenn sie aus Kunststoff sind, das enthaltene Wasser leitet gut. Auch nahe am Fenster sollte man sich nicht aufhalten. Ein in unmittelbarer Nähe einschlagendern Blitz kann mit seiner Druckwelle durchaus auch Scheiben eindrücken.