Erste-Hilfe-Kurs im Radio

Erste-Hilfe-Kurs im Radio

Heute am Weltrotkreuztag fand der 1. Vorarlberger „Erste-Hilfe-Auffrischungskurs im Radio“ statt! Zu Gast bei uns war dafür die Erste-Hilfe Beauftragte Julia Bachmann aus Wolfurt. Wie reagiere ich richtig im Notfall? Was muss ich beachten und welche Prioritäten gelten, wenn es wirklich einmal ernst wird? Wir haben für euch die wichtigsten Punkte hier noch einmal zusammengefasst:

Die 4-W-Regel:

Wir haben immer gelernt? Wenn du beim Notruf anrufst, egal ob Euronotruf, Polizei, Feuerwehr oder Rettung gibt es Regeln an die man sich halten muss, die sogenannte 4-W-Regel.

  • WO ist etwas passiert (Ort, Adresse, Autobahnkilometer, etc.)
  • WAS ist passiert (Herzinfarkt, Autounfall, Brand, etc.)
  • WIE VIELE Verletzte gibt es (Anzahl der Verletzen)
  • WER ruft an (Dein Name, Telefonnummer)und WARTEN auf Rückfragen

ABER: Das Wichtigste überhaupt ist, dass man die 144 anruft! In solchen Situationen werden sich die meisten nicht mehr an diese Regeln erinnern können, das wissen die Personen, die den Anruf entgegennehmen. Sie sind speziell geschult und werden euch genau fragen, was sie wissen müssen und Notfalls Anweisungen geben, um der verletzten Person zu helfen.

Das Nasenbluten:

Nasenbluten tritt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen häufig auf und muss nicht immer zwingend im Zusammenhang mit einer Verletzung an der Nase entstehen. Generell sind Kinder etwas häufiger davon betroffen als Erwachsene, jedoch gilt bei beiden:

  • Tritt das Nasenbluten ein sollte zunächst der Kopf nach vorne gehalten werden
  • Anschließend ist es hilfreich ein kaltes Tuch oder ähnliches in den Nacken zu legen
  • Auch wenn es oftmals verlockend ist sollte niemals ein Tuch oder Taschentuch in die Nase gesteckt werden! Wenn der Blutfluss es nicht anders zulässt dürfen höchstens die Nasenflügel von außen sanft zusammengedrückt werden und ein saugfähiges Tuch unter die Nase gehalten werden.

Der Atem-Kreislauf-Stillstand:

Wir alle hoffen, dass wir niemals in diese Situation kommen werden, aber dennoch kann es immer und überall passieren: Man kommt ins Büro und ein Arbeitskollege liegt reglos neben dem Schreibtisch. Jetzt muss rasch gehandelt werden! Am besten ruhig bleiben, einen kühlen Kopf bewahren und Schritt für Schritt vorgehen:

  • Grundsätzlich sollte in so einer Situation immer sofort die Rettung alarmiert werden, durch weitere Anweisungen am Telefon können die weiteren Schritte besser koordiniert werden und den Einsatzkräften ist es so möglich, sie Situation besser einschätzen zu können
  • Durch ansprechen oder sanftes rütteln an den Schultern soll festgestellt werden, ob die Person ansprechbar ist
  • Ist dies nicht der Fall sollte vorsichtig der Kopf der Person überstreckt werden um feststellen zu können, ob noch eine Atmung vorhanden ist
  • Ist auch dies nicht der Fall muss sofort die Wiederbelebungsmaßnahme eingesetzt werden: hierzu 30 Mal schnelle, kräftige Brustkompressionen ausführen, danach folgen zwei Beatmungen. Dies fortführen bis die Rettungskräfte eintreffen oder man selbst keine Kraft mehr hat

Der Heimlich-Griff / Das Verschlucken:

Der Heimlich-Griff ist eine lebensrettende Sofortmaßnahme bei einer drohenden Erstickung wie beispielsweise bei einer Blockierung der Atemwege durch einen Fremdkörper. Bemerken wir etwa, dass eine Person sich offensichtlich verschluckt hat und stark hustet ist folgendes zu tun:

  • Die stark hustende Person soll weiter animiert werden zu husten, denn durch die Bewegung im Rachen kann der Fremdkörper selbstständig wieder herauskommen
  • Wird festgestellt, dass die Person aufhört zu husten und der Fremdkörper wohl schon zu tief sitzt, sollten schnellstmöglich fünf gezielte, kräftige Schläge zwischen die Schultern vorgenommen werden
  • Danach folgt der Heimlich-Griff, bei welchem sich der Helfer hinter die betroffene Person stellt und dabei von hinten den Oberbauch des Patienten umfasst. Dann sollte mit einer Hand eine Faust gebildet werden und diese zwischen die Brustbeinenden und den Nabel des Betroffenen gelegt werden, während die Faust mit der anderen Hand umfasst wird und beide mit einer ruckartigen, nach innen und oben ausgeführten Zugbewegung hochgezogen wird. Durch diesen Griff soll der Druck in der Lunge erhöht und so der Fremdkörper aus der Luftröhre gepresst werden
  • Dies sollte so lange wiederholt werden bis der Fremdkörper sich löst oder der Patient zusammenbricht und der Atem kontrolliert werden muss

Stabile Seitenlagerung / Bewusstlosigkeit:

Wieder folgendes Szenario: Wir laufen nachts nach Hause und eine Person liegt regungslos am Boden. Wir gehen wieder Schritt für Schritt vor:

  • Es muss kontrolliert werden, ist die Person ansprechbar oder reagiert sie auf sanftes rütteln an den Schultern
  • Im Gegensatz zur Wiederbelebungsmaßnahme stellen wir hier fest, dass eine Atmung vorhanden ist
  • Nun gilt es die Atmung zu erhalten in dem wir den Patienten in die stabile Seitenlange bringen
  • In dieser Position ist die Atmung begünstigt, da die Zunge die Atemwege nicht behindert und der Speichel aus dem Mund herausfließen kann. Dies ist besonders wichtig, da der Speichel automatisch vom Körper gebildet wird und würde der Patient auf dem Rücken liegen bestünde ein großes Erstickungsrisiko

Wichtig: Dies sind nur ein paar Erste-Hilfe-Tipps kompakt zusammengefasst, sie ersetzen aber keinesfalls einen richtigen Erste-Hilfe-Kurs! Das Rote Kreuz bietet hierfür unter anderem einen 16-stündigen Grundkurs an, einen Säuglings-& Kindernotfallkurs mit acht Stunden, einen sechsstündigen Führerscheinkurs der verpflichtend für alle Führerschein-Neulinge zu absolvieren ist und einen Auffrischungskurs mit vier oder acht Stunden Kursdauer an. Generell wird empfohlen, den Auffrischungskurs alle zwei bzw. vier Jahre zu wiederholen, da lebensrettende Maßnahmen für jeden von uns einmal wichtig sein könnten!

Für weitere Informationen:

Österreichisches Rotes Kreuz
Landesverband Vorarlberg
Beim Gräble 10
6800 Feldkirch
Telefon: 05522 77000 9042
E-Mail: kurs@v.roteskreuz.at
Web: www.erstehilfe.at