ANTENNE VORARLBERG
Mehr Musik! Mehr Vielfalt!
Gemeinde der Woche: St. Gerold im Großen Walsertal
„St. Gerold ist so familiär – jeder kennt jeden. Da ist man nie allein. Und die Aussicht hier ist einfach herrlich!“ – Carmen aus St. Gerold bringt es auf den Punkt. Auch Beate aus Götzis freu sich immer, wenn sie Kundentermine im Großen Walsertal hat: “Die Natur dort ist unschlagbar. Auch wenn man nur durchfährt, ein wunderschöner Ort”, erzählt sie uns.
St. Gerold liegt mit seinen knapp 400 Einwohnern eingebettet in die einmalige Natur des Biosphärenparks Großes Walsertal. Wer hierherkommt, spürt sofort: Hier ist die Welt noch in Ordnung. „Man kann bei uns richtig durchschnaufen“, sagt Bürgermeister Alwin Müller. Die Gemeinde punktet nicht nur mit guter Luft und gepflegten Wanderwegen, sondern auch mit einer hervorragenden Infrastruktur – von der Kinderbetreuung ab einem Jahr bis hin zum Glasfasernetz.
Das Herzstück des Dorfes ist die über 1.000 Jahre alte Probstei – ein Ort, der Geschichte, Spiritualität, Kultur, Ferienunterkunft und Seminarort verbindet. „Routine gibt es bei uns nicht – jeder Tag ist anders. Genau das macht es so spannend“, erzählt Betriebsleiterin Nathalie Morscher. Viele Menschen treffen dort aufeinander. “Bei uns sind Menschen vom Top-Manager bis zu jemandem, der gerade in einer schwierigen Lebenslage steckt”, erklärt sie.
Besonders stolz ist man auf die „Oase der Begegnung“: ein soziales Projekt, das Menschen in Krisen oder mit kleiner Pension ein paar Tage Erholung ermöglicht – inklusive der Möglichkeit, mit den acht Therapiepferden in Kontakt zu treten. „Jeder, der bei uns einkehrt, unterstützt automatisch dieses Engagement“, betont Morscher.
Darüber hinaus ist die Probstei auch ein Kulturzentrum: von Konzerten der Wiener Symphoniker bis zu Lesungen regionaler Autoren – immer verbunden mit Austausch und Begegnung. „Uns ist wichtig, dass es nicht nur beim Konzert bleibt, sondern dass danach am Tisch noch Gespräche entstehen. Genau das macht die Atmosphäre bei uns so besonders”, erklärt die Betriebsleiterin.
Auch Bürgermeister Müller ist stolz auf dieses „Schmuckkästchen“, das weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Und doch bleibt St. Gerold fernab des Massentourismus: „Wir setzen auf sanften Tourismus, ganz im Einklang mit der Natur.“
Und was wünscht sich Bürgermeister Alwin Müller für die Zukunft? Nichts Abgehobenes, sondern ganz Praktisches: „Die Volksschule gehört dringend saniert, das schieben wir schon eine Weile vor uns her”, erklärt er. Für eine kleine Gemeinde wie St. Gerold hat das vor allem finanzielle Aspekte. Sonst ist man in der Kommune aber wirklich gut aufgestellt. Für ihn ist klar: In St. Gerold soll es auch in Zukunft so bleiben, dass man durchatmen und die Ruhe genießen kann.
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